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Gesangverein 1884 Rodenbach e.V.
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen
Bei der Jahreshauptversammlung des Gesangverein 1884 Rodenbach e.V. wurde der 1. Vorsitzende Michael Fischer in seinem Amt bestätigt. Die Versammlung wählte Norbert Demmerle zum 2. Vorsitzenden. Als Kassiererin wurde Gisela Jaschik ebenfalls in ihrem Amt bestätigt. In den Ausschuss wurden Helmi Fischer, Philippine Kühner, Adalbert Schäfer, Jochen Burckhardt und Eugen Bohnert gewählt. Die Kasse werden künftig Christel Müller, Christine Bliese und Karl-Heinz Koch prüfen. Ein Schriftführer konnte auch in diesem Jahr nicht gefunden werden. Alle gewählten wurden von der Versammlung einstimmig gewählt. Die Versammlung beschloss unter anderem folgende Neuerung: Im Gedenken an verstorbene Mitglieder sang der Chor am Vorabend der Beerdigung in der Friedhofshalle. Aufgrund verschiedener Umstände war dies in letzter Zeit nicht immer möglich. Um allen Mitgliedern gerecht zu werden, wird der Chor künftig einmal im Jahr, jeweils in der katholischen und evangelischen Kirche, seiner verstorbenen Mitglieder während des Gottesdienstes gedenken. Dies wurde mit großer Mehrheit von der Versammlung beschlossen und tritt ab sofort in Kraft. Ebenfalls mit großer Mehrheit wurde auch wieder eine Wasserhauser Kerwe und ein Tagesausflug beschlossen.
(Quelle: Weilerbach Aktuell, Ausgabe KW 13/12 | Donnerstag, 29. März 2012)
Die Akteure der Karneval-Gesellschaft „Narrensänger“ 1890 Kaiserslautern und des Gesangvereins Rodenbach 1884 verwandelten das Bürgerhaus in Rodenbach am Samstagabend in eine Hochburg des Frohsinns. Unterstützung erhielten sie dabei vom TV Morlautern, dem Vollmar’schen Männerchor, dem Karnevalverein Altenglan und der Stadtgarde Kaiserslautern. Die närrischen Darsteller zündeten ein Feuerwerk, das bunt und knallig die Besucher vier Stunden lang in Bann schlug. Die Prunksitzung 2012 war bereits die zweite Gemeinschaftsproduktion der beiden Vereine, an deren Spitze jeweils ein und dieselbe Person steht: Michael Fischer aus Weilerbach. Bei den „Narrensängern“ schwingt er schon in der zweiten Session als Prinz Michael I. das Zepter, den Gesangverein führt er als Vorsitzender.
Mit elf Stockschlägen gab Zeremonienmeister Christian Peifer die Bühne frei für den Elferrat mit seinem nagelneuen Präsidenten Peter Denzer, der die Dauerberieselung routiniert regulierte und steuerte. Mitreißender Gesang, zündende Büttenreden, flotte Gardemädcher, rassige Tänzerinnen und der musikalisch hochgerüstete Unterhalter Julius Messemer rissen das durchweg kostümierte und aus den Startlöchern heraus ausgelassene Publikum von den Sitzen.
Was wäre eine Sitzung ohne die Reim- und Wortakrobaten, die Meister der geschliffenen Rede und Protagonisten des verbalen Klamauks. Sennerin Martina Blandfort kam direkt von der Alm: „Da gibt’s koa Sünd’, weil die Männer müde sind!“ Dabei hatte das attraktive Mad’l vom Berg sehr genaue Vorstellung vom ihrem Ideal-Kerl. Der müsse den „Stier bei den Hörnern packen und das Holz vor ihrer Hütte hacken“! In der Traditionsfigur des Till watschte Wolfgang Agne die politische Kaste ab. Europa und manche Frauen hätten jetzt endlich Ruhe - vor Silvio Berlusconi. Karl-Theodor zu Guttenberg hätte doch so ein schönes Leben gehabt, voller Sonnenschein, „doch dann holt ihn sein Doktor ein“. Kanzlerin Angela Merkel zeige es „Europa ohne Bang’: Hier geht’s lang!“. Auch die Finanzwelt bekam ihr Fett weg: „Banker trieben es bunt um das ganze Erdenrund.“ Elke Denzer beklagte das Ehedasein einer Präsidentenfrau. Ihr Mann sei ständig in Sachen Fasching auf Tour und lasse sie allein, auch im Wasserbett. Das habe jetzt sogar einen Namen: Totes Meer“. „Bei uns zuhaus läuft selten was, und wenn, dann höchstens mal die Nas’“, klagte sie. Luder Almut Seifts war auf Millionärsfang: „Ich hätt’ so gern en Millionär, dem mach’ ich dann sei Konto leer.“ In der Luderschule in Paris lernte sie, die Superreichen an den Augenbrauen zu erkennen. Beim Blick in den Saal aber stellte sie fest: „Ein Millionär is do kenner. Scheiss druff, Fastnacht is a viel schenner!“ „Bangert“ Heiner Gies attestierte seiner Mamme, alias Julius Messemer, sie sehe eher wie „Miss Glückt“ denn als Miss World aus. Ein „dreifach Hoch“ auf die Müllabfuhr brachte Heiner Gies aus und förderte mit spitzen Fingern Opas Gebiss und Dessous aus der Mülltonne zutage. Einer Krankenschwester wie Cornelia Nicklas würde man sich gerne anvertrauen: „Ich bin den Doktore eine Stütze, wenn ich als durch die Zimmer flitze.“ Weniger vertrauenswürdig war allerdings ihr überdimensionales Klistier, von dem sie behauptete, damit die Leute zu kurieren.
Eine Augenweide waren das Tanzmariechen Sonja Koch vom TV Morlautern, die Erste Garde, die Garde VMC mit der Freakshow und das Männerballett des Vollmar’schen Männerchors sowie die Funkengarde des KV Altenglan. Für Stimmung und ausgiebig Gelegenheit, sich unterzuhaken und zu schunkeln, boten Prinz Michael I. als Solist und gemeinsam mit dem Gesangverein Rodenbach, die „Humba-Buwe“ der Stadtgarde Kaiserslautern sowie der Chor der Karneval-Gesellschaft „Narrensänger“, die als „Euro-Schlümpfe“ sich Gedanken über die Finanzen Europas machten und ihren Rettungsschirm aufspannten.
Das Bürgerhaus erzitterte von den vielen Kalaus und Rolaus, den durch den Saal dampfenden Polonaisen und den gezündeten Raketen. Über die Akteure ergoss sich ein Füllhorn an Orden, für die auch die lokale politische Prominenz den Kopf hinhalten musste: Bürgermeisterin Anja Pfeiffer, die Ortsbürgermeister Georg Reuß (Rodenbach), Horst Bonhagen (Weilerbach) und Michael Gasiorek (Waldleininigen).
Und weil’s so schön war, wurde die Sitzung aufgezeichnet. DVD bzw. BlueRay kann bei Michael Fischer (06374-9152875) zum Preis von 15 bzw. 20 Euro erworben werden.
(Quelle: Weilerbach Aktuell, Ausgabe KW 7/12 | Donnerstag, 16. Februar 2012)
Abbildung: Hochburg des Frohsinns - Auf unseren Aufnahmen: Per Polonaise durch den Saal. - Die Büttenasse: Elke Denzer, Almut Seifts, Heiner Gies und Cornelia Nicklas. - Die Erste Garde des Vollmar’schen Männerchors. - Der Gesangverein Rodenbach mit Edwin Schwehm-Herter am Klavier. - Die „Humba-Buwe“ der Stadtgarde. - Der singende Prinz Michael I. - Der Chor der „Narrensänger“ als Euro-Schlümpfe samt Rettungsschirm. - Ordensgeschmückte Politiker: Horst Bonhagen, Anja Pfeiffer, Georg Reuß und Michael Gasiorek mit Prinz Michael I. Text/Fotos: bm